Brokerhaftungsklagen

 

Unser Tätigkeitsschwerpunkt in den letzten Jahren war die Informationsbeschaffung für zahlreiche Brokerhaftungsklagen.

 

Eine beliebte Masche des grauen Kapitalmarktes, Anleger zu schädigen, sind Termingeschäfte, seien es nun Optionen, Futures oder CFDs. Wenn diese telefonisch Kleinanlegern angepriesen werden, ist das Ergebnis eines Investments mit nahezu naturgesetzlicher Sicherheit vorhersehbar; nämlich ein Totalverlust des eingesetzten Geldes.

 

Meist werden solche Termingeschäfte von deutschen Gesellschaften vermittelt, die das Kundengeld durch eine raffinierte, für den Anleger kaum durchschaubare Gebührenstruktur in eigene Provisionen transformieren. Angelegt wird das Geld meist bei einem angloamerikanischen Brokerhaus, das nur die Kauf- und Verkaufaufträge, die es vom Vermittler bekommt, ausführt.

 

Wenn dann nach einer Zeit der Kundenärger kumuliert und der deutsche Vermittler, meist eine GmbH mit 25.000.- Euro Stammkapital, die Pforten schließt, sieht es für den geprellten Anleger nicht gut aus. An wen soll er sich wenden, um sein Geld zurück zu bekommen?

 

Und hier hat der Bundegerichtshof in einer Grundsatzentscheidung im Jahre 2010 festgestellt, dass auch der ausländische Broker vollumfänglich für die Verluste haftbar gemacht werden kann (Az. XI ZR 93/09), und zwar in Deutschland. Erstritten hat dieses Urteil die Münchener Anwaltskanzlei Marzillier, Dr. Meier & Dr. Guntner. Der Geschädigte, dem hier Schadensersatz zugesprochen wurde, war Klient der Deltacon Deutschland LTD., siehe dazu auch den Artikel in der Zeitschrift " Focus ".

 

Dieses Urteil war für die Brokerhäuser eine böse Überraschung. Zwar haben sie in erheblichen Umfang von der Ausplünderung ihrer Kunden durch die betrügerischen Vermittlungsgesellschaften profitiert, fühlten sich aber sicher vor Schadenersatzforderungen. Sie beriefen sich viele Jahre lang darauf, nur ausführendes Kontoinstitut gewesen zu sein (Execution Only Basis). Viele Broker haben mittlerweile ihr Geschäft mit den unseriösen Vermittlern eingestellt, aber es gibt ein paar unbelehrbare, die bis heute weitermachen. Anscheinend sind ihnen die rechtlichen Implikationen ihres Handelns nicht bewusst. Oder Gier schlägt Hirn. Wie dem auch sei, wir freuen uns darauf unseren Beitrag zu dem ein oder anderen langen Gesicht in den Vorstandsetagen dieser Bankster leisten zu können.